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Die lange Fahrt über den Pazifik nach Hiva Oa, Marquesas

23 Tage, 3'000 Seemeilen, 5'556 Km

Bilder von Galapagos und Marquesas

Der Pazifik ist mehr als zweimal so gross wie der Atlantik, umfasst 165 Millionen Quadratkilometer und ist grösser als die ganze Erd-Landfläche.

Am Mittwoch 29. August verliess ich die schöne Insel Santa Cruz, Galapagos.
Es war schon ein spezielles Gefühl, diese lange Fahrt in Angriff zu nehmen, aber ich hatte schliesslich Erfahrung von der Fahrt über den Atlantik. Am Anfang segelte ich unter halben Wind, nach einigen Tagen, drehte der Wind auf Südost, somit konnte ich die Genua ausbaumen. Zwischendurch schob mich der Wind mit 30 Knoten kräftig, sodass wir über 8 Knoten Fahrt machten. Man notiert sich immer die gesegelten Meilen innert 24 Stunden, man nennt das „Etmal“. Die längste zurückgelegte Fahrt: 153 Seemeilen und die kürzeste: 101 Seemeilen. Wellen gab‘s auch zwischen 2 und 3 Meter. Der Equadorial-Strom schob mich am Anfang über 1 Knoten, später nur noch einen halben. Die Strömung kam meist mit den Wellen von Südosten.
Wie vergehen die Tage – die Sonne kommt aus dem Meer, es ist Morgen, die Sonne geht unter, es wird Nacht – man gewöhnt sich daran und man kann nichts daran ändern!

Was mache ich die ganze Zeit? Den Menuplan erstellen, die Esswaren auf Genüsslichkeit kontrollieren, das Essen tanzend in der Pantry zubereiten, das Essen geniessen, am Schönsten beim Sonnenuntergang! Immer sass ich Restaurant vorne, mit rundum Sicht und an bester Lage. Der Abwasch muss auch erledigt werden und dies kann auch gefährlich werden. Denn, einmal habe ich mich geschnitten - weiss nicht mehr genau, wie ich das schaffte?

Die ArohaDorea will, dass sie fit bleibt und dass der Capitano ein Auge auf sie hat – er liebt sie ja so sehr! Man kontrolliert die Segel, ob keine Schäden entstanden sind. Prompt musste ich bemerken, dass bei der Genua eine 40 Zentimeter lange Naht aufging. Die Batterien müssen auf die Ladung überprüft werden. Zum Aufladen wirft man den Motor an. Mein Wassermacher – ich taufte ihn „Henry“ (hol Wasser, hol Wasser oh Henry) - produziert aus Salzwasser in der Stunde 60 Liter Süsswasser. Die Gasflasche wenn sie leer ist auswechseln. Wichtig ist natürlich wo man sich befindet. Der Plotter navigiert und der Autopilot steuert auf das Ziel zu. Logbuch führen mit den Eintragungen der Positionen und alles, was für Mann und Boot wichtig ist.
In Französisch Polynesien spricht man französisch, das zwingt mich, mein Französisch aufzufrischen. Glücklicherweise besitze ich ein kleines Büchlein von PONS „Französisch für Zwischendurch, täglich 10 Minuten“ – es waren Stunden! Ich hoffe, dass sie mich auf den Marquesas auch verstehen.

Begegnungen auf der Fahrt: ausser Wasser, Wolken und Wellen, begleiteten mich dreimal Delfine, die fliegenden Fische sammelte ich täglich ein und warf sie über Bord, manchmal steuerten sie auch ins Cockpit, die stinken bestialisch.

Land in Sicht:
Endlich am Morgen, 21. September, 11.30 Uhr Ortszeit – ist übrigens unser Hochzeitstag, Dorothea, und wir sind 39 Jahre verheiratet – Land in Sicht! Und zwar die Inseln Fatu Hiva und Hiva Oa. Ich steuerte die Bucht Baie Puamau auf der Nordostseite der Insel Hiva Oa an und setzte den Anker. Stundenlang konnte ich die Sicht auf saftiges Grün der Insel geniessen. Am zweiten Tag erkundete ich das kleine Dorf. Die Menschen sind eher reserviert, aber sie leben in einem wunderschönen, grünen Paradies, mit vielen Blumen, Kokospalmen und Bananen Sträucher. Die Kokosnüsse werden halbiert und an der Sonne auf einer Pritsche getrocknet. Am Sonntag wollte ich zur Kirche gehen, um an der Messe teilzunehmen, aber der Schwell beim Betonpier war zu stark. Beim Anlegen am Vortag klappte es erst beim dritten Versuch. Um das Dingi zu schützen, benutzte ich seitlich zwei Fender und ein kleiner Schirmanker. Am dritten Tag ging meine Fahrt, 20 Seemeilen zum Hafen Atuona, Hiva Oa, Marquesas. Total von Galapagos waren es ziemlich genau 3‘000 Seemeilen, 5‘556 Km. Die Anker-Bucht, welche mit einem kleinen Betonpier geschütz ist, nützt nicht viel, somit ist auch sie vom Schwell beeinträchtigt.

Ankermanöver:
In der Baie Puamau, traf ich alle Vorbereitungen um mit den beiden Ankern das Maöver zu fahren. Ich fuhr zu hinterst in die Bucht so weit es die Tiefe erlaubte, machte eine Wende und liess den Heckanker mit 12 Meter Kettenvorlauf fallen und fierte langsam die 40 Meter Leine, bis das Boot stoppte und der Anker hielt. Dann setzte ich den Buganker und fuhr 20 Meter rückwärts, musste aber laufend die Leine des Heckankers dicht nehmen – kappte auch! Ein Trimaran musste Fremdhilfe annehmen, die mit dem Beiboot manuell den Heckanker ausbrachten, nach drei Versuchen hielt der Anker. Ein Amerikanisches Boot hatte auch Mühe. Nach dem dritten misglückten Versuch, verliess er beim Eindunkeln die Bucht und am nächsten Tag kam er wieder zurück um zu ankern.

Atuona ist zu Fuss 45 Minuten entfernt. Auf dem Weg dahin, hielt ein Auto und nahm mich mit. Hoch über dem Dorf, besuchte ich die Grabstätten des Malers Paul Gauguin und des Chansonniers und Schauspielers Jacques Brel, welcher nur 49 Jahre alt wurde. Anschliessend klarierte ich bei der Gendarmerie ein, dies war eine kurze Geschichte. Ich musste all meine Trinksamen angeben und all die anderen Daten, bekam die Kopie des Formulars zurück mit der Anschrift der Immigration in Tahiti, musste es auf der Post abstempeln lassen, der Versand kostete ca. CHF 2.50 und fertig! Auf dem Rückweg hielt wieder ein Auto und nahm mich mit.
Es freute mich jeweils sehr, immer wieder bekannte Segler, die ich aus Panama oder Ecuador oder von sonstwo kannte, wieder anzutreffen. Dies wurde jeweils ausgiebig zelebriert - mit einem Sundowner oder einem gemeinsamen Nachtessen.

Nach einer Woche und bei Hochwasser, wurde mein Boot mit einem speziellen Anhänger aus dem Wasser gehoben. Nun steht die ArohaDorea auf Böcken und Stützen, bis ich im nächsten Jahr anfangs Mai wieder zurück komme. Nach zweieinhalb Tagen Flug über Tahiti, Los Angeles und Paris, wurde ich in Zürich von meiner Frau Dorothea wärmstens empfangen.

Herzlichen Dank für all die Mails, die ich von Euch erhalten habe. Leider war mir es nicht immer möglich zurück zu schreiben und zu danken!

Ich wünsche allen einen goldenen Herbst und ein nicht allzu kalten Winter – vielleicht treffen wir uns mal irgendwo, wäre schön!

Liebe Grüsse
Willy

 

 

 

Pazifik /alles repariert.

Endlich verlasse ich Bahia de Caraquez!

Bilder von Galapagos

Weiterfahrt zu den Galapagos, Isla Cristobal, 02. August 2018

Endlich konnte ich anfangs August, nach all den Reparaturen und Warten auf Ersatzteile, wieder weiter segeln – wurde ich schlussendlich einen ganzen Monat in Ecuador aufgehalten.
Zuerst musste ich das Hochwasser abwarten, damit ich genügend Wasser unter meinem Rumpf zum Auslaufen hatte. Nach der Ausfahrt begrüssten mich Delfine, ein gutes Omen. Bis weit in den Südwesten ca. 100 SM, traf ich immer wieder auf Fischer. In der Nacht warnen sie mit Laserstrahlen, wenn sie das Netz an zwei Bojen befestigen '" fast hätte ich eine umgefahren. Konzentrierte mich auf die Laserwarnung und wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was das zu bedeuten hatte. Glück gehabt!
Am Anfang war die Windrichtung nicht zum Besten, musste Motoren. Aber als ich nach Westen drehen konnte, ging es flott voran. Nach fünf Tagen war ich am Ziel, Puerto Baquerizo Moreno, San Cristobal auf GALAPAGOS. Meine Anker-Position im Hafen: 00°53.806 S / 089°36.550 W, 8 Meter Tiefe 30 Meter Kette, hielt ausgezeichnet! Nach meiner Ankunft, kam ein Boot-Taxi und machte mich darauf aufmerksam, dass mein Boot schmutzig sei (dies, obwohl ich es vor meiner Abfahrt in Ecuador nochmals putzen liess?). Ich stürzte mich ins Wasser, ausgerüstet mit Tauchanzug, Brille, Spachtel und reinigte das Unterschiff, eine Stunde lang. Dann kam er wieder und sagte, dass ich aufhören soll zu reinigen - ja, es hatten sich bereits wieder Muscheln und sonstige Tierchen angesetzt – ich erfror fast während dieser Stunde und dies trotz Tauchanzug. Kaum aus dem Wasser kamen die Einreisebehörden zu Viert auf mein Boot. Die übliche Kontrolle sowie ein Taucher, der mein Schiff inspizierte. Gottseidank war er zufrieden. Ein Boots-Nachbar sagte mir, dass zwei Boote weggeschickt wurden, weil sie nicht sauber genug waren. Puerto Baquerizo Moreno ist ein schöner Ort mit vielen Beizen und guten Einkaufsmöglichkeiten. Wenn Du an Land gehen möchtest, kannst Du ein Boot-Taxi bestellen, Kanal 14. Am Abend ab 21.00 h aber ist Schluss mit dem Taxidienst.

Ich blieb eine Woche auf der Insel San Cristobal, machte Ausflüge, mietete ein Mountainbike und buchte einen Tagesausflug zur Loboinsel. Auf der Wanderung durch die kleine Insel, begegneten wir den tanzenden Boobies, das sind Vögel mit blauen Füssen (Blaufusstölpel). Auch die Fregattenvögel mit ihren Jungen im Nest, liessen sich nicht stören. Natürlich sahen wir auch viele Seelöwen mit ihren Jungen. Danach schnorchelten wir eine Stunde entlang der Küste. Die Seelöwen schwammen mit uns sowie Schildkröten, Rochen und farbige Fische begleiteten uns im "seeehr" kalten Wasser. Eines Nachts kriegte ich sogar Besuch eines mächtigen Seelöwens in meinem Cockpit. Auch eine Seelöwen Mutter mit Jungen machten es sich hinten auf meinem Boot gemütlich (s. Foto).

Am 15. August segelte ich zur nächsten Insel, Santa Cruz. Die Sonne schien und der Halbwind von Süden schob mich mit fünf Knoten Richtung meinem Ziel. Auf der Höhe der Insel Santa Fe brach der Schäkel vom Gross-Schot-Traveller. Hastig strich ich alle Segel, unter Motor erreichte ich mein Ziel. Auf der Fahrt konnte ich den Schaden mit einem neuen Schäkel beheben.
Kaum hatte ich den Anker gesetzt, bekam ich auf Funk die Nachricht von meinem Agenten, dass ich auf dem Schiff bleiben soll. Nach ca. 20 Minuten kamen zwei Offiziere und wieder gab es viele Papiere zu unterschreiben und dazu kontrollierte man mein ganzes Schiff wieder '" alles in Butter!
Der Hafen ist nach Süden offen und ist daher nicht sehr gut geschützt, mein Schiff tanzt, es ist nicht Tango, es ist eher 'Rock'n Roll'.
Am Tag darauf besuchte ich das Charles Darwin Center. Hier züchten sie Schildkröten, aber auch endemische Planzen stehen auf dem Programm.
Am zweiten Tag wanderte ich zur Tortuga Bay. Der Weg führt durch Mangroven und einheimischen Kakteen, die als Schildröten-Nahrung dienen. Der feinkörnige, weisse Sandstrand ist die Geburtstätte der Schildkröten. Hier vergraben sie ihre Eier.

Auch mein Ausflug zur Insel Isabela gefiel mir sehr. Abfahrt in Santa Cruz am frühen Morgen und während zwei Stunden in einem kleinen aber schnellen Motorboot. Im Hostel Tore Real übernachtete ich zweimal – erstmals wieder einmal tief schlafen an Land und ohne Ge-Schaukel! Hier besuchte ich zu Fuss die Centro de Crianza Tortugas Aufzucht. Auf dem Fussweg durch die Mangroven und entlang den Wasserteichen begegnete ich Flamingos und vielen Eidechsen. Die Schildkröten sind besonders gross und mit der Aufzucht ist man sehr erfolgreich. Die männlichen Schildkröten sind sehr willige und potente Tiere (siehe Fotos). Auf dieser Insel sind die Iguanas (Echsen) besonders zahlreich, manchmal sind ca. 100 Exemplare auf kleinstem Raum beieinander und geniessen die wärmende Sonne. Am zweiten Tag buchte ich den Tintoreras-Ausflug (Tintoreras steht für Tiburon-Tortuga-Raya, zu deutsch: Haifisch, Schildkrten und Rochen). Nach kurzer Fahrt mit dem Boot sahen wir die berühmten blaufüssigen Tölpel wieder. Auf einem Fussweg über die Lavasteine gab es weitere Iguanas zu sehen, aber auch Reiher und Schildkröten und die roten Krebse leben in diesem Naturreservat. Zurück zum Boot, bezogen wir die Schnorchelausrüstung inklusive Tauchanzug und erforschten wieder eine eindrückliche Unterwasserwelt. Wir begegneten Schildkröten, Stingrays, farbigen Fischen und kleinen Seepferdchen. Korallen gibt es auch, aber nicht so farbige wie in Bali. Das Wasser war kalt und alle waren froh, wieder an Bord zu gehen.
Das Städtchen Villamil ist sehr übersichtlich und die meisten Leute arbeiten hier für den Tourismus.
Am zweiten Tag fuhr ich nachmittags wieder zur Insel Santa Cruz zurück, glücklicherweise war dies ein besseres Schiff, man sass hintereinander wie in einem Flugzeug '" die Fahrt war sehr angenehm. Meine ArohaDorea war noch da '" der Anker hielt, juhui.

In einigen Tagen breche ich zu meiner langen Fahrt auf, zu den Marquesas. Es steht nun ein Segeltörn von nicht weniger als 3'000 Seemeilen oder 5'500 Km bevor. Wenn meine ArohaDorea 5 Knoten Fahrt macht, brauche ich dafür ungefähr 25 Tage. Bin gespannt.





Liebe Grüsse
Willy

 

 

Pazifik /erster Zwischenbericht

Odyssee-Fahrt von Panama nach Galapagos

Bilder von Panama nach Galapagos

Am 20. Juni startete ich von der Marina Playita, Panama um in ca. 12 Tagen in Galapagos den Anker zu setzen – alles kam anders!
Zuerst hatte ich keinen Wind, dann den Wind von Südwesten und der Strom war auch auf der Nase. Musste immer aufkreuzen. Ich glaube es war am dritten Tag, Gewitterzellen waren ringsherum. Der Wind frischte auf, daher reffte ich meine Segel. Wind (30 Knoten) und Wellen bewegten mich, den Elementen zu entkommen. Meine Fahrt ging nach Nordwesten, also wieder zurück! Nach etwa zwei Stunden legte sich der Wind und ich konnte wieder Richtung Süden aufkreuzen. Nach dem sechsten Tag segelte ich mit Motor-Unterstützung – dann geschah es – der Motor hustete kurz und dann war es ruhig, nur noch Wind und Wellen waren zu hören. Fazit, nun kann ich nur noch segeln.
Mit meinem Iridium-Telefon sendete ich ein Email an meinen Galapagos Agenten und erklärte ihm die Situation, dass ich so nicht zu den Galapagos Inseln weiter segeln kann. Er empfahl mir nach Puerto Amistad, Bahia de Caraquez zu segeln und da meinen Motor wieder in Ordnung bringen zu lassen.
Am 29. Juni hätte ich dieses (Zwischen-)Ziel beinahe erreicht, aber der Wind zwang mich dazu, nochmals 40 Meilen nach Nordwesten zu segeln und dann mit einer Wende und zusätzliche 60 Meilen Richtung Bahia Caraquez zu gelangen. Etwa 20 Meilen vor meinem Ziel, stellte der Wind ab, das Meer war spiegelglatt und kein Lüftchen war zu spüren. Nach ca. zwei Stunden füllten sich die Segel wieder und wenig später ankerte ich in der Bucht von Bahia de Caraquez.
Wie empfohlen von meinem Agenten, funkte ich dem Hafen, bekam aber keine Antwort. Ich bereitete mich schon vor, dass ich kochen und die Nacht vor Anker verbringen muss.
Da kam ein Fischerboot auf mich zu und gab mir zu verstehen, dass er mich in den Hafen abschleppen würde. Zuerst war ich unentschlossen, willigte aber mit etwas Unsicherheit zu. Ich übergab ihm meine Bugleine und er zog mich mit seinem Fischerboot durch diese Einfahrt, kreuz und quer an den Sandbänken vorbei bis zu meiner Boje, wo ich jetzt immer noch liege. (Alle Schiffe werden bis zum Hafen begleitet. Der Grund dafür ist, dass die Wasseroberfläche bei Ebbe und Flut um 1.50 Meter variiert.
Am Sonntag war Ruhetag. Am Montag kam ein Mechaniker vorbei und in kürzester Zeit fand er heraus, dass der Diesel unsauber sei und dass es Ablagerungen im Tank hätte, denn der Schlauch vom Tank zu den Vorfiltern war blockiert. Trotz meinem Dieselzusatz bildeten Bakterien Pilze (siehe Bilder). Wir entleerten den Tank, ca. 300 Liter, reinigten ihn von den Pilzen und füllten ihn wieder mit neuem Diesel auf. Jetzt habe ich wieder 400 Liter sauberen Diesel und der Motor läuft wieder - juhui.
Nächstes Problem, mein Autopilot verlor hydraulisches Öl. Nach dem Ausbau fanden wir heraus, dass eine Dichtung kaputt war und dass sich ein Kugelgelenk nicht mehr bewegte. Wir fuhren mit dem Taxi nach Manta (160 km, kostete USD 45.-) um diese Dichtung zu kaufen, leider erfolglos kehrten wir wieder zurück. Am nächsten Morgen kam der Mechaniker mit Namen „Washington“, die Einheimischen nennen ihn „Washo“, mit dem Autopilot zurück. Ich fragte ihn, ob er jetzt funktioniere, „claro, es como un nuevo“, kam seine Antwort. Aber woher hast Du die Dichtung, fragte ich ihn – er ging zu einem Schuhmacher, welcher ihm die neue Dichtung aus Gummi fabrizierte. Und so funktionierte auch der Autopilot wieder wie neu.

Für all diese Arbeiten brauchte Washo 24 Stunden und die ganzen Reparaturen kosteten 720 US Dollar. Ich lud ihn zum Mittagessen ein, gab ihm ein Trinkgeld und bedankte mich herzlich – er war hoch erfreut, nicht nur über das Trinkgeld, sondern dass er mir helfen konnte.
Ich kenne jetzt einen guten Mechaniker und habe einen guten Freund in Ecuador!

Letzte Reparatur: Ich wollte mit Motor die Batterien laden und bemerkte, dass der Alternator nicht mehr funktioniert. Wieder kam Wascho mit einem Elektriker, sie bauten den Alternator aus und gingen in die Werkstatt. Der Regler war im Eimer, sie hatten natürlich kein Ersatz, mit einem Draht überbrückten sie die tote Stelle, bauten ihn wieder ein – und es funktioniert. Es wurde mir empfohlen einen Ersatz zu organisieren. Von Panama könnte ich einen neuen Alternator nach Galapagos bestellen, muss schauen, ob es möglich ist?

Ich hoffe, dass meine Reise am Mittwoch 11.7. ohne weitere Probleme weitergeht und freue mich nun auf Galapagos!

Herzliche Grüsse
Willy